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Welcome to the beautiful greek Island Elafonisos

 

        

            

Bausteinreise 2017   -   Ostern (3/3)  

SPANIEN

Die "Gestochenen" von San Vicente de la Sonsierra   

 

  

Bewertung: ******

Erlebniswert: enorm

Spaßfaktor: liegt im Verborgenen

Atmosphäre: aufgewühlt

 

 

Das Fest:    In San Vicente de la Sonsierra im Ebro-Tal schließen sich am Karfreitag die Männer einzeln oder in Bruderschaften der Leidensprozession an, um sich vor den Augen aller mit einem Flachsstrang den nackten Rücken blutig zu peitschen. Der Rest des Körpers ist verhüllt, der Kopf steckt unter einer spitzen, gespenstisch anmutenden Kapuze. San Vicente ist der einzige Ort Spaniens, wo sich bis heute die mittelalterliche Tradition der Selbstgeißelung erhalten hat. Früher war diese Sitte noch derart verbreitet, dass man viele Märtyrer verdächtigte, narzistische Absichten zu verfolgen.

 

Jäh wechselt die Szene. Der braune Umhang gleitet zu Boden. Lautes Raunen. Der Picao im Büßerhemd. Sein Rücken ist entblößt. Matt und fade erstrahlt die Haut im Sonnenlicht. Entschlossen greift der Picao zum Flachsstrang. Die Beine sind gespreizt, der Oberkörper ist vorgebeugt. Ein kurzes Auseinanderwedeln der Seile. Dann der mächtige Zug, weit ausgeholt, hoch hinaus über Kopf und Nacken, Richtung Rücken. Kschsch. Kschsch...

Die Motive der Selbstgeißeler: Sie tun es freiwillig. Niemand zwingt sie dazu. Mal ist es die Vereinigung mit dem Erlöser, oft aber sind es persönliche oder familiäre Gründe. Ist der Entschluss zur Geißelung einmal gefasst, lässt man sich am Sitz des Ordens registrieren. Zuerst werden die Statuten erläutert, dann ziehen sich Büßer und Begleiter in einen abgeschiedenen Raum zurück. Hier wechselt der Selbstgeißeler seine Kleidung. Die Teilnahme an der Prozession oder der Gang zur Kirche (»Hora Santa«) folgen.

 

Termin:   Karwoche / Ostern

 

Schauplatz:   San Vicente de la Sonsierra / La Rioja  

 

Charakter der Region:    San Vicente de la Sonsierra (3.750 Einw.) thront hoch über dem Río Ebro – mit Blick auf den berühmten Jakobsweg und die nicht minder bekannten Weinanbaugebiete. Das Kloster ist Blickfang, die Stadt lediglich Anhängsel. – Die Provinz La Rioja ist eine der kleinsten Regionen Europas. Ihre Hauptstadt Haro war die erste Stadt Spaniens, die über elektrischen Strom verfügte. Südlich von Logroño reift auf gut 45.000 Hektar Grundfläche der berühmte Rioja-Wein.

 

Bausteinreise:   hier 

 

  

Das Buch zur Reise:   »Spanien - Die schönsten Feste«, vis-à-vis Verlag, ISBN 3-930668-97-1

 

Auskunft:   Spanisches Fremdenverkehrsamt, Myliusstr. 14, 60323 Frankfurt/M.; Tel. 069/725038,

Web-Kontakt 
 

Resümee:    "La Rioja" steht für edle Tropfen. "Zum Glück wissen nur ganz wenige von den blutigen Selbstgeißelungen", mögen jene denken, die sich um den guten Ruf ihrer Heimat sorgen. Damit wäre das Problem zwar angesprochen, aber nicht gelöst. Die "Gestochenen" sind schließlich treue Gemeindemitglieder, die tief in ihrem Glauben verweilen. Sie tun Buße - und das keineswegs nur aus egoistischen Gründen. Wir erleben die Konfrontation mit der Farbe Rot.

(trN)  


Bausteinreise 2017   -   Ostern (2/3)  

SPANIEN

Die Trommeln von Aragón  

 

  

Bewertung: ******

Erlebniswert: enorm

Spaßfaktor: bleibt nicht aus!

Atmosphäre: lautstark

 

 

Das Fest:    Im aragonischen Calanda, dem Geburtsort des von katholischen Mythen beseelten Filmregisseurs Luis Buñuel, werden mit geheimnisvoller, unwiderstehlicher Kraft fast ununterbrochen von Karfreitag zwölf Uhr bis Karsamstag 14 Uhr die Trommeln geschlagen. Man gedenkt so der Finsternis, die sich bei Christi Tod über die Erde ausbreitete, des Erdbebens, der Felsen, die sich lösten, des Vorhangs im Tempel, der von oben bis unten zerriss.

Karfreitag, kurz vor zwölf. Dicht gedrängt stehen die Trommler auf der Plaza Mayor – etwa 1.500 sind es Jahr für Jahr. Alle in Einheitskleidung: das violette Gewand, die túnica, und die violette Kapuze. Ob Mann, ob Frau, Jung oder Alt, alle haben ihre Trommel umgehängt, sind willens, schon im nächsten Moment auf die tambores y bombos einzuschlagen, bereit, den Tod von Jesus Christus zu bannen.

 

Der Countdown. Nur noch eine Minute. 59, 58, 57, 56... Absolute Stille. Tiefes Schweigen. Unendliche Sekunden. ...5, 4, 3, 2, 1. Der Zwölf-Uhr-Gong der Rathausuhr. Das Signal, der Auslöser. Mit nie erlebter Wucht knallt dem Berichterstatter ein anderthalbtausendfacher Trommelschlag in die Magengrube.
Über den Ursprung der Karfreitagstrommeln gibt es eine Legende aus der christlichen Rückeroberung Spaniens: Am Karfreitag des Jahres 1127 reitet ein arabischer Stoßtrupp Richtung Calanda. Hirten auf den Bergen erkennen die Gefahr und schlagen aus Leibeskräften ihre Trommeln. Das Warnsignal wird in Calanda gehört. Die Bewohner fliehen in die Festung. Der arabische Angriff geht ins Leere. Von da an wurde jedes Jahr am Karfreitag von Hirten vor dem Dorf getrommelt. Zum Gedenken an die glückliche Fügung.
 

 

Termin:   Karwoche / Ostern

 

Schauplatz:   Calanda / Teruel / Aragón 

 

Charakter der Region:   Calanda (4.050 Einw.) ist Geburtsort des berühmten Filmemachers Luis Buñuel. Dreieckiger Dorfplatz, privates Trommelmuseum und eine perfekte Kulisse. In Calanda werden jedes Jahr zu Ostern die Betten knapp. – In Aragón stößt man auf eine Landschaft, wie sie dramatischer und schöner nicht sein kann. Trocken sind die Sommer, groß die Temperaturunterschiede. – Auf den ersten Blick wirkt die Provinzhauptstadt Teruel nur wenig einladend. Dennoch hat die UN sie 1988 zum Weltkulturgut erklärt.

 

Bausteinreise:   hier

 

  

Das Buch zur Reise:   »Spanien - Die schönsten Feste«, vis-à-vis Verlag, ISBN 3-930668-97-1

 

Auskunft:   Spanisches Fremdenverkehrsamt, Myliusstr. 14, 60323 Frankfurt/M.; Tel. 069/725038, Web-Kontakt
 

Resümee:    In Höhe des Ebrotals, weit hinter den Bergen der Küstenkordillere Maestrazgo, können die Geschehnisse um Christi Tod schlagartig einen ganzen Landstrich verändern. Geht es nämlich auf Karfreitag zu, spielen sich entlang der "ruta del tambor y del bombo" Ohrenfell betäubende Dinge ab. Allein die Kleinstadt Calanda sieht sich einem 26-stündigen Trommelmarathon ausgesetzt. -  Wenn die Haut an den Händen platzt, ist der Himmel bereit, die Büßer zu erhören.

(trN) 


Bausteinreise 2017  -   Ostern (1/3)
 

SPANIEN

Die "Gepfählten" von Valverde de la Vera  

 

  

Bewertung: ******

Erlebniswert: enorm

Spaßfaktor: im Verborgenen

Atmosphäre: gespenstisch

 

 

Das Fest:   In Valverde de la Vera werden weiß gekleidete Büßer in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag "gepfählt". Hinter Spitzentüchern verbergen sie ihre Gesichter, ihre Oberkörper sind fest mit Tauen umschnürt und auf ihren Schultern lastet ein Pflugpfahl. So schleppen sie unter größten Anstrengungen ihre schwere Last zu den Stationen des Kreuzweges; manche setzen ihr Leben dabei aufs Spiel. Doch der Andrang beim Jesusspielen ist enorm, weniger aus religiösen als aus Prestigegründen: Schließlich geht es um das Ansehen im Dorf und in der Familie – das nämlich muss von Zeit zu Zeit aufpoliert werden. 

 

Die Kirchturmuhr schlägt ein letztes Mal. Mitternacht in Valverde. Es ist der Morgen des Karfreitag. Dicht gedrängt stehen Menschen am Straßenrand. Das Warten auf die Empalaos erfordert Geduld und Verständnis. Kurz ist ein düsteres, zitterndes Geräusch zu hören. Dieses Zischen setzt sich fort, verlässt den Kirchhof, folgt den Windungen der Straße, scheint den steilen Pflasterweg hinabzugleiten, verliert sich irgendwann und irgendwo in den kreuzenden Gassen. Jetzt weiß auch der Letzte: Die Büßer sind unterwegs!
Der Bußgang findet in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag statt. Start und Ende sind offen. Frau oder enger Freund begleiten die Gepfählten, weisen ihnen mit einer Laterne den Weg durch die Nacht. Die Empalaos tragen einen Frauenunterrock, das Büßerkleid, der Oberkörper ist mit einem dicken Seil umwickelt, die Arme sind an einen Pflugpfahl gebunden. Zwischen Pfahl und Rücken sind als Symbol des Schmerzes kreuzweise zwei schmale Schwerter befestigt. Der Gepfählte übt seine Buße im Geheimen aus. Er leidet im Geheimen, aus naiver Frömmigkeit, aus familiärer Tradition.

 

Termin:   Karwoche / Ostern

 

Schauplatz:   Valverde de la Vera / Cáceres / Extremadura 

 

Charakter der Region:   Neben Jarandilla und Villanueva gehört auch Valverde (687 Einw.) zu den Vera-Dörfern, die sich reizvoll entlang der C501 erstrecken. Allesamt klein, alt und mit viel Atmosphäre. – In der heutigen Extremadura verbinden sich mediterrane Lebenslust und altkastilische Strenge zu einer Mischung, wie sie eigentlich spanischer nicht sein könnte. Und nirgendwo in Spanien findet sich eine so dichte Konzentration von Baudenkmälern wie im alten Cáceres.

 

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Das Buch zur Reise:   »Spanien - Die schönsten Feste«, vis-à-vis Verlag, ISBN 3-930668-97-1

 

Auskunft:   Spanisches Fremdenverkehrsamt, Myliusstr. 14, 60323 Frankfurt/M.; Tel. 069/725038,

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Resümee:   Das ist kein Hirngespinst, das ist Realität. -  Live dabei! Das "Jesus-Drama" wird Wirkung zeigen. Sie werden erschüttert sein! Buße, die schnell die Schmerzgrenze überschreitet. Natürlich ist das gefährlich, und natürlich sollte man das Schicksal nicht zu sehr provozieren! Wie aber kann man mit Menschen diskutieren, die allein aus tiefer Dankbarkeit zur "Pfählung" schreiten.
(trN)

 

Bausteinreise 2017   -   Karneval (1/1)  

SPANIEN

Die Peliqueiros von Laza 

 

Bewertung: ******

Erlebniswert: enorm

Spaßfaktor: riesig

Atmosphäre: tierisch

 

 

Das Fest:   Ganz außer Frage, Galicien ist die Hochburg des spanischen Karnevals. Am sprichwörtlichen Ende der Welt überlebten tief verwurzelte Rituale und abnorme Verrücktheiten die Jahrhunderte. Und die sollte man wenigstens einmal im Leben am eigenen Leib zu spüren bekommen. Also ganz schnell hin zum »Karneval der Verrücktheiten«. Speziell die Gegend im Dunstkreis von Verin ist eine ganz besondere Adresse dafür. Hier tobt der Karneval wie ein Schwelbrand - stetig, unwiderstehlich und tief heidnisch. Ohnehin schlägt der Aberglaube in der Provinz Orense Kapriolen. Hexenwahn, Hokuspokus und böse Geister gehören einfach dazu. Letztere müssen natürlich vertrieben werden. Denn Geister sind in Galicien allgegenwärtig, trotz der vielen Kirchen und Klöster. In jeder Beziehung verrückt - im Sinne von einzigartig und schaurig-spektakulär - ist der Karneval von Laza. So verrückt, dass man das Erlebte kaum fassen, geschweige denn deuten kann.

 

Die Stars in der Manege sind in Laza die Peliqueiros. Am Faschingssonntag, unmittelbar nach der Zwölf-Uhr-Messe, tyrannisieren sie das Dorf: Starr und fies ist das Grinsen auf ihren Tiermasken, und keine Fratze gleicht der anderen. In offenen und geschlossenen Formationen ziehen sie drei Tage lang durchs Dorf und sorgen mit ihren mächtigen Kuhglocken für ständige Verunsicherung. Allein die Peliqueiros stehen auf der Sonnenseite des Lebens. Sie sind es, die sich das Recht nehmen, andere mit Peitschen zu traktieren, ohne dafür Vergeltung fürchten zu müssen.

Zu aller Überraschung sind ihre Einfälle damit noch keineswegs erschöpft - obwohl die Grenzen des Vertretbaren längst überschritten sind. Aber was soll's, schließlich ist Karneval. Das zweite Gesicht fordert sein Recht. Und Laza ist ohnehin Kult!

 

Termin:   Karneval

 

Schauplatz:   Laza / Orense / Galicien

 

Charakter der Region:  Die Stadt Verin liegt im weiten Tal des Támega, dicht an der portugiesischen Grenze. Nahe dem Ort erhebt sich das mächtige Castillo de Monterrey, anfangs Grenzfeste, dann Gefängnis und heute »Parador Nacional«. In dessen Schatten liegt nur wenige Kilometer entfernt das kleine Laza (760 Einw.). Ziemlich finster und fade wirkt dieses Bauerndorf, womöglich ist es der Prototyp des »schwarzen Galiciens« mit seinem ausgeprägten Hang zum Aberglauben.

 

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Auskunft:   Spanisches Fremdenverkehrsamt, Myliusstr. 14, 60323 Frankfurt/M.; Tel. 069/725038,

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Resümee:   Karneval ist nicht gleich Karneval! Da ist das Motto: Verkleiden bis zur Unkenntlichkeit. »Inkognito bleiben« lautet auch die Devise der Peliqueiros. Und weil das so ist, erlauben sie sich jede Menge Fehltritte. Oder sollten sich nur erzieherische Maßnahmen dahinter verbergen? Denn gesündigt wird überall. Lediglich über das Maß der Bestrafung ließe sich reden. Seien Sie bitte stets auf der Hut! Die Partymaschine rollt und rollt!
(trN) 

 

   

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